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Religionen
Karlheinz Deschner Kriminalgeschichte des Christentums in zehn Bänden
Wie es begann:
1962 erschien auf dem Büchermarkt ein Werk, das wie selten zuvor ein anderes Buch die Gemüter erhitzte und - wie es allenhalben empört aus frommen und klerikalen Reihen ertönte - Unfrieden stiftete. Das Buch entfachte eine Diskussion, die bis heute nichts an Heftigkeit eingebüßt hat und die Kontroverse, unter anderem zwischen Glaube und Wissen endlich offen zur Sprache brachte. Mit "Abermals krähte der Hahn" hatte Karlheinz Deschner eine jahrelang recherchierte Arbeit abgeliefert, welche - obwohl es hinsichtlich des Themas reichlich idiotisch klingen mag und wohl auch kaum im Sinn des Autors war - zu einem Kultuch wurde.
Deschner legte nicht bloß seinen FInger in eine schon lange offene, wenn auch sorgfältig per Dekret verdeckte Wunde, er bohrte förmlich darin herum und löste damit nicht nur bei Zweiflern, Agnostikern und "eingefleischten" Atheisten eine Denklawine aus. Die Kirche und ihr Fußvolk reagierten auf ihre Weise mit Verunglimpfung und gebührendem Entsetzen und hätten sie den Scheiterhaufen noch einmal beanspruchen dürfen, Deschner hätte wohl lichterloh gebrannt. Selbst die Empörung über Bergmanns Film "Das Schweigen", verblasste hinter der Aufregung, die der "Hahn" bewirkt hatte.
Die kritische Kirchengeschichte "Abermals krähte der Hahn gilt seit vielen Jahren als Standardwerk und ist aus der Diskussion um das Christentum nicht mehr wegzudenken. Die vom Verfasser autorisierte, unveränderte Neuausgabe kommt den Wünschen zahlreicher Leser - Wissenschaftler wie Laien - entgegen, das Werk wieder in haltbarer Form zu benutzen. Deschner setzt in seiner Arbeit den Schwerpunkt auf die Darstellung der antiken Kirche, entwicklungsgeschichtlich die interessanteste und wichtigste christliche Epoche. In vielen Zusammenhängen jedoch schlägt der Autor den Bogen über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Vor allem im letzten Teil, der die soziale Frage, den Antisemitismus und das Problem der Toleranz behandelt, führt Deschner den Leser von Jesus von Nazareth bis in den Ersten und Zweiten Weltkrieg, bis zu Franco, Mussolini, Hitler, Adenauer und Pius XII. In seinem klargegliederten Aufbau, der frappierenden Fülle von Fakten, der unwiderlegbaren Fundierung aus den Quellendoch auch in seinem unerschrockenen Mut ist "Abermals krähte der Hahn" ein geistiges Ereignis von unbestrittener Bedeutung und Aktualität, "ein Zeitphänomen ersten Ranges" (Friedrich Heer).
Keine andere allgemeinverständliche Kirchengeschichte vereinigt ein so reichhaltiges, überzeugendes und offen dargebotenes Material: durchgehend das Ergebnis der modernen, historisch-kritischen christlichen Theologie.
Karlheinz Deschner, geboren 1924 in Bamberg. Im Krieg Soldat, schloß sein Studium der Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte mit der Promotion ab. Seit 1957 veröffentlicht Deschner seine entlarvenden und provozierenden... [mehr]
(Foto: Copyright by Paul Swiridoff, Schwäbisch Hall)
Kriminalgeschichte des Christentums
"Es geht mir also um eine Geschichte der Handlungs- und Verhaltensformen der Christenheit, jenseits aller institutionellen und konfessionellen Schranken. Ich schreibe die Geschichte der unentwegten Verschränkung von sogenannter weltlicher und geistlicher Politik, samt den säkularisierten Folgen dieser Religion ... Ich schreibe die Geschichte der klerikalen Kriminalität bei privater Bereicherung, beim Ämterschacher, beim frommen Betrug, im Wunder- und Reliquienkult, bei den verschiedensten Arten der Fälschungen etc., etc. Kurzum: Ich schreibe eine Geschichte des Verbrechens in der ganzen Breite des staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens der Christenheit." (Karlheinz Deschner)
Bisher erschienen bei Rowohlt:
Band 1 (1986) - Die Frühzeit
Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Augsburger Religionsfrieden - dem bisher erschienenen Band 8. Deschner arbeitet zur Zeit am Abschluss der Reihe.
"Kriminalgeschichte des Christentums nennt sich dieses (...) geplante opus maximum: im Gesamtkonzept die wohl umfassendste kritische Geschichte des Christentums, die es gibt. Dieser Titel ist durchaus wörtlich gemeint: Es geht Deschner ohne Wenn und Aber um eine «Verbrechensgeschichte» des Christentums - der Außentitel bietet hier in der Formulierung, wohl aus verlegerischen Gründen, noch mildernde Umstände, die das Buch selber keineswegs gewährt. Und <Kriminalgeschichte des Christentums» ist darüber hinaus auch im Sinne der kriminalistischen Aufspürung, Nachweisung und Entlarvung der Taten und der Täter zu verstehen. Der Heiligenschein, der über der anvisierten Verbrechensgeschichte liegt, wird von Deschner rücksichtslos als gigantische Heuchelei attackiert.(...) ... peinlich gründlich und mit einem gelehrsamen Fleiß ohnegleichen recherchiert. Fast 2.000 Sekundärtitel, 130 Seiten kon-trollierbarer Quellenangaben und Anmerkungen, dazu ein benutzerfreundlich detailliertes Register, das dieses Verbrechenskompendium zu einem wahrhaft erschlagenden Nachschlagewerk macht - das alles spricht eine deutliche Sprache: Der Autor weiß bei aller Anerkennung, die er gefunden hat (1988 erhielt er für sein kompromißloses literarisches Werk den Arno-Schmidt-Preis), daß man ihm nicht gerne, jedenfalls nicht freiwillig glauben wird."
Prof Dr. Ludger Lütkehaus, «Freiburger Universitätsblätter»
Kriminalgeschichte des Christentums:... Karlheinz Deschner... neu EUR 12,90
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